IBIS bietet humanitäre Sprechstunde an

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V.l.: Elanah Lohse (IBIS e.V.), Uwe Erbel (IBIS e.V.), Dr. Martin Kramer (Klinikum Oldenburg), Dr. Michael Goethe (Arzt), Dr. Gerhard Ksienzyk (Arzt), Wolfgang Woltemade (Inhaber der Flora-Apotheke), Dr. Mousa Mazidi (IBIS e.V.).

Auch in Deutschland gibt es Menschen, die keinen Zugang zu dem Gesundheitssystem haben. So sind zum Beispiel papierlose Menschen und Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis eines anderen EU-Landes ohne Krankenversicherung in Deutschland im Krankheitsfall großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Ab dem 15. Januar 2015 gibt es für sie eine Humanitäre Sprechstunde bei IBIS e.V. in der Klävemannstraße 16 in Oldenburg. So soll besonders Flüchtlingen, die nicht in Deutschland angemeldet sind, kostenlose und anonyme medizinische Beratung und Behandlung ermöglicht werden.

Humanitäre Sprechstunden bzw. Einrichtungen zur Medizinischen Flüchtlingshilfe gibt es auch in einigen anderen Städten in Niedersachsen wie z.B. Hannover und Göttingen. Diese wurden im letzten Jahr mit dem Integrationspreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Auch in Oldenburg war die Einrichtung einer Humanitären Sprechstunde bereits Thema in den Ausschüssen des Rates der Stadt Oldenburg.

IBIS e.V. setzt sich dafür ein, dass alle Menschen den gleichen Zugang zum Gesundheitssystem erhalten – unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status und ihrer finanziellen Situation. Im Arbeitskreis Humanitäre Sprechstunde, der aus ehrenamtlich engagierten Ärzt_innen, Krankenpfleger_innen, einem Apotheker und der Flüchtlingsberatung von IBIS besteht, wurde das Konzept für die Sprechstunde erarbeitet. Sie umfasst zwei Komponenten: die ärztliche Sprechstunde sowie die Beratung zur Gesundheitsversorgung und zum Aufenthaltsrecht für Menschen ohne Papiere in Form einer Clearingstelle. Ziel ist die Einrichtung eines mehrsprachigen, fachkompetenten und niedrigschwelligen medizinischen und beratenden Angebotes, welches sich an den Bedürfnissen von Flüchtlingen ohne Krankenversicherung orientiert.

Die Humanitäre Sprechstunde findet erstmals am 15.01.2015 von 14 bis 16 Uhr statt. Das Angebot wird wöchentlich immer donnerstags in den Räumlichkeiten von IBIS e.V. in der Klävemannstraße 16 stattfinden. Ein ehrenamtliches Ärzt_innenteam wird diese mit Unterstützung von ehrenamtlichen Pflegekräften oder Arzthelfer_innen durchführen. Die Sprechstunde soll eine allgemeinmedizinische Grundversorgung bieten. Dies beinhaltet eine Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft. Darüber hinaus wird an kooperierende Fachärzt_innen überwiesen. Zwischen der Humanitären Sprechstunde und dem Klinikum Oldenburg besteht eine enge Kooperation.

Zur weiteren Unterstützung der Humanitären Sprechstunde sind Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger oder Arzthelfer_innen, die sich gerne ehrenamtlich an der Mitarbeit beteiligen möchten, willkommen. Außerdem werden auch noch weitere niedergelassene Ärzte und Ärztinnen gesucht, die die weitergehende Behandlung der Patient_innen übernehmen.

Interessierte können sich an das Team der Flüchtlingsberatung bei IBIS e.V. wenden. Kontakt: asyl@ibis-ev.de oder 0441-39063323. Ansprechpartnerin ist Elanah Lohse.

Die Humanitäre Sprechstunde in Oldenburg wird durch Spenden finanziert. IBIS e.V. und der Arbeitskreis sind für jede Unterstützung dankbar. Für das Projekt wurde ein eigenes Konto eingerichtet: Raiffeisenbank Oldenburg, Empfänger: IBIS e.V., IBAN DE49 2806 0228 4901 8990 00, BIC: GENODEF1OL2